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INES VALENTINITSCH 29.10.-9.11.2025, WIEN

INES VALENTINITSCH 29.10.-9.11.2025, WIEN

Ines Valentinitsch mit einer ihrer neuen Glasobjekte "Fluid Venus", fotografiert von Anne Avramut.

Fluid Venus präsentiert eine neue Werkserie von Ines Valentinitsch, in der sich Malerei, Skulptur und Körper in einem radikalen Kontinuum begegnen. Ausgangspunkt sind die Aquarelle, deren Transparenz und fließende Linien eine erste Annäherung an den weiblichen Körper entwerfen. Aus ihnen entwickeln sich Glasobjekte, die diese Zartheit in eine skulpturale Materialität überführen: organische Volumina, durchscheinend und verletzlich, zugleich mit einer eruptiven Körperlichkeit aufgeladen.

Die Glasfiguren markieren einen entscheidenden Moment innerhalb von Valentinitsch’ Praxis. Sie greifen auf das Vokabular von Transparenz, Fragment und Oberfläche zurück, tragen zugleich eine explizite Körperikonografie. Nippel erscheinen als formale Marker, die den amorphen Volumina eine eindeutige, weibliche Signatur einschreiben. Die Arbeiten bewegen sich damit in einem Spannungsfeld zwischen Erotik, Verletzlichkeit und Selbstbehauptung. Sichtbar wird ein Körper, der zugleich Fragment, Objekt und Bild bleibt, und dessen Präsenz sich in den medialen Kontexten von Social Media, Zensur und Selbstinszenierung noch einmal neu verhandelt.

Die Ölgemälde schließen an diese Skulpturen an und verschärfen ihre Themen. Hier entfaltet sich der weibliche Körper in einer skulpturalen Malerei, die das Organische, Fleischliche und Deformierte gleichermaßen betont. Brüsten erscheinen an unerwarteten Stellen, Köpfe und embryonale Formen brechen aus den Bildflächen hervor. Die Malereien erinnern an frühgeschichtliche Venusdarstellungen ohne Kopf, konzentriert auf Brüste, Bauch und Geschlecht als archetypische Zeichen von Fruchtbarkeit und Lebenskraft. Valentinitsch’ Ölbilder sind nicht bloß Fortführungen, sondern Verdichtungen: Malerei, die den Körper nicht darstellt, sondern ihn in Farbe und Gestus neu erfindet.

Fluid Venus spannt damit einen Bogen von den zarten Aquarellen über die gläsernen Körper bis hin zu den monumentalen Ölgemälden. Die Serie lotet aus, wie sich der weibliche Körper im Wechsel der Medien transformiert – vom durchscheinenden Bild zur fragilen Skulptur, von der Skulptur zur fleischgewordenen Malerei. Entstanden ist ein Werkzyklus, der den Körper als Ort der Transformation, der Sinnlichkeit und der existenziellen Präsenz sichtbar macht.


Glasobjekt "Fluid Venus", 2025, von Ines Valentinitsch (Foto: Barbara Herbst)

Ines Valentinitsch (1972, GRAZ) wird bereits in jungen Jahren von Günter Brus gefördert und in ihrem künstlerischen Willen bestärkt. Sie besucht die Ortweinschule in Graz, absolviert Studien an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien sowie an der Domus Academy Milano. Internationale Aufmerksamkeit erlangt Ines Valentinitsch durch Performances und Ausstellungen in Mailand, Pavia, Venedig, München, Berlin, Wien (Semper Depot) und Graz (ROOM OF FINE ARTS).