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Otto Mühl

Otto Muehl wurde am 16. Juni 1925 in Mariasdorf, Burgenland, geboren. Er studierte Deutsch und Geschichte auf Lehramt, dann Kunstpädagogik an der AK Wien, war zunächst Maler, begann alsbald die Grenzen des Genres zu durchbrechen, indem er Leinwände aufschlitzte, Gegenstände und Schrott einarbeitete. 1962 trug er durch sein Manifest „Die Blutorgel“ entscheidend zur Gründung des Wiener Aktionismus bei. Gemeinsam mit Hermann Nitsch und Adolf Frohner ließ sich Mühl in seinem Atelier für drei Tage einmauern, es folgten radikale Körperkunstaktionen, in denen Mühl, Nitsch und Brus die Grenzen der bürgerlichen Gesellschaft und des traditionellen Kunstbetriebs durchbrachen, zertrümmerten; der Körper war als das eigentliche Material, tabulos, schmerzüberschreitend experimentell.
Nach seiner Beteiligung an zahlreichen Kunstaktionen gründete Otto Mühl zunächst die Kommune Aktionsanalytische Organisation (AAO, inspiriert von Wilhelm Reich) und später im Jahr 1974 die Kommune Friedrichshof im Burgenland. Dort lebten bis zu 600 Mitglieder nach Mühls autoritär vorgegeben Prinzipien der sexuellen Freiheit, des Gemeinschaftseigentums, der Abschaffung von Kleinfamilie sowie der Weiterentwicklung der Aktionskunst. Die Vielzahl der künstlerischen Arbeiten, Ölgemälde, Zeichnungen und Aquarelle wurden nicht ausserhalb der Kommune ausgestellt. 1991 wurde Otto Mühl in Österreich wegen Kindesmissbrauchs und Verstöße gegen das Suchtgiftgesetz zu sieben Jahren Haft verurteilt. Während seiner Haft entstanden um die 300 Werke.
Nach seiner vollständig abgesessenen Haft lebte Mühl in einer „Art & Life Family“-Kommune in Portugal, wo er am 26. Mai 2013 starb.

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  1. Otto Mühl, O.T., 1978
  2. Otto Mühl, "Prinz Charles", Probedruck, 1967
  3. Otto Mühl, O.T. 2004
  4. Günter Brus, Hermann Nitsch, Otto Muehl, Mappe "Vincent", 18 Blätter, 1984/85
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